ADHS bei Erwachsenen

ADHS bei Erwachsenen ist ein bisher eher vernachlässigtes Thema in der Psychotherapie, obwohl es mehr und mehr Menschen betrifft. Man kann mit einer Häufigkeit von ungefähr 5% in der Bevölkerung rechnen. Da ADHS häufig gemeinsam mit anderen psychischen Problemen auftritt (z.B. Depressionen), ist die Zahl der Betroffenen in psychotherapeutischen Praxen um einiges höher.

Was sind typische Symptome der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung: innere Unruhe, Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit auf Dingen zu halten, die uninteressant sind oder Routine bedeuten, Vergesslichkeit („was wollte ich gerade..“, „wo hab ich .. hingelegt“..), schnelles Autofahren, Impulsivität, häufiger Wechsel (Arbeit, Partner, Wohnung), starke Stimmungsschwankungen, Unfähigkeit zu Entspannen.

Häufig kommt es zu Fehldiagnosen: die Impulsivität und der Tatendrang werden als manisch gedeutet oder als Teil einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, die depressiven Symptome als eigenständige Depression (ohne aber das Grundphänomen zu erkennen) oder die häufigen Probleme in der Partnerschaft als mangelnde Einfühlung gedeutet.

So steht am Anfang der Psychotherapie die genaue Diagnose mittels Expertengespräch und standardisierter ADHS-Tests. Das therapeutische Vorgehen enthält mehr lebenspraktische Tipps als bei den meisten anderen psychischen Problemen. Ein weitere wichtiger Teil der Therapie ist die Wahrnehmung der eigenen Ressourcen von Menschen mit ADHS zu fördern: Kreativität, vernetztes Denken, Innovationskraft und Begeisterungsfähigkeit.

Sowohl in der Kindheit als auch im Erwachsenenleben wird das ADS fast chronisch übersehen. Bei der ADS (Aufmerksamkeitsstörung) fällt die Auffälligkeit der Hyperaktivität weg und weicht einer stillen Verträumtheit. Die Betroffenen sind sehr unauffällig, genau das Gegenteil des Hyperaktiven. Sie sind zwar physisch anwesend, selten jedoch psychisch. Einige der anderen oben genannten Symptome sind aber ähnlich, so zum Beispiel: Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit und Stimmungsschwankungen