Trauma

Psychotherapie nach Traumatisierung

Ich habe mich entschlossen an dieser Stelle weniger über Begriffe, Definitionen und Einteilungen zu schreiben, sondern mehr über meine therapeutische Einstellung, die sich nicht gänzlich aber zu einem großen Teil mit jener von Luise Reddemann deckt. Falls Sie Wissen über Traumatisierungen und die Folgen im Internet suchen wollen, sind unter anderem folgende Begriffe hilfreich: (komplexe) Traumafolgestörung, Typ I vs. Typ II Traumen, Trauma und Neurobiologie, Posttraumatische Belastungsstörung (posttraumatic stress disorder).

Aus „Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie“ von Luise Reddemann: „Kritiker meiner Arbeit heben hervor, das ich das Leiden meiner PatientInnen nicht genug würdige und allzu leicht(fertig) einen positive Sichtweise betonen würde. Daher möchte ich meine diesbezügliche Grundhaltung breits an dieser Stelle verdeutlichen. […] Ich bin überzeugt, dass Dunkelheit, Schmerz und Leid ein Teil des menschlichen Lebens sind, den niemand aus ihm entfernen kann, selbst wenn er es wollte. Wer meint, ich wollte das mit meiner Arbeit bewirken, hat mich gründlich missverstanden. Allerdings hat mich meine klinische Erfahrung gelehrt, dass die Menschen, mit denen ich arbeite, so überwältigt worden sind von leidvollen Erfahrungen, dass ihre Möglichkeit, diese in irgendeiner Weise als zu ihnen gehörig zu integrieren oder anzunehmen bei weitem überfordert war, selbst wenn sie eine ganze Reihe von Selbstheilungsmechanismen zu verfügung hatten. Man könnte sagen, dass man es sich leisten können muss, das Dunkle zu bewahren, um darin das Helle zu erkennen. Die meisten meiner PatientInnen können das am Beginn einer Behandlung nicht. Sie vermieden Leid, obwohl sie andererseits dauernd damit in irgendeiner Weise beschäftigt waren. Das erscheint paradox, erklärt aber vielleicht die grundlegende Schwierigkeit. Sie können die Welt eben gerade nicht (mehr) als Ganzes akzeotieren und erkennen.