Zwänge

Psychotherapie bei Zwängen/Zwangsstörungen

 

Zu den Zwangsstörungen zählt man Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.

Zwangsgedanken

„Diese können die Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die fast immer für die betreffende Person quälend sind. Manchmal sind diese Ideen eine endlose Überlegung unwägbarer Alternativen, häufig verbunden mit der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und Depression ist besonders eng. Eine Zwangsstörung ist nur dann zu diagnostizieren, wenn der Grübelzwang nicht während einer depressiven Episode auftritt und anhält.“ (ICD-10)

Zwangshandlungen

„Die meisten Zwangshandlungen beziehen sich auf Reinlichkeit (besonders Händewaschen), wiederholte Kontrollen, die garantieren, dass sich eine möglicherweise gefährliche Situation nicht entwickeln kann oder übertriebene Ordnung und Sauberkeit. Diesem Verhalten liegt die Furcht vor einer Gefahr zugrunde, die den Patienten bedroht oder von ihm ausgeht; das Ritual ist ein wirkungsloser oder symbolischer Versuch, diese Gefahr abzuwenden.“ (ICD-10)
Typische Kontrollen sind z.B. das Abdrehen eines Wasserhahnes, schauen, ob der Herd oder andere Geräte ausgeschalten oder ob die Fenster zu sind. Die Betroffenen  zweifeln häufig an ihrem Verstand, da das Verhalten vollkommen irrational, ja fast „irr“ erscheint, also z.B. 10 Mal kontrollieren ob der Wasserhahn zu ist und dabei auch noch ein gewisses Ritual befolgen zu müssen.

Obwohl sich Zwangsgedanken und -handlungen für die Betroffenen äußerst hartnäckig bzw. „krank“ anfühlen, handelt es sich psychotherapeutisch gesehen relativ oft um keine schweren Störungen, sodass die Prognose der Veränderung bzw. Heilung durch eine Psychotherapie gut ist. Unterschieden werden müssen die Zwangsstörungen von der Zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Dieses Differentialdiagnose ist am Anfang der Therapie sorgfältig zu stellen. Siehe dazu das Kapitel über Persönlichkeitsstörungen.